Querformat allgemein


Schaut Euch mal unauffällig um. Was fällt Euch auf? Ihr werdet Eurer Umfeld eher horizontal, von links nach rechts betrachten. Das liegt daran, dass im Allgemeinen Euer Blickfeld horizontal ausgerichtet ist, also dem eines Bildes im Querformat entspricht. Deshalb fühlen sich bei den meisten Menschen Bilder im Querformat angenehmer an, als im Hochformat.

Ich nehme an, dass deshalb die meisten Bilder auch im Querformat erstellt werden.

Kleinbildformat 3:2


Palau de les Arts Reina Sofia in Valencia (c) bernhard brause


Resultierend aus der früheren analogen Fotografie, als man noch Filme in die Kamera einlegen musste, hat sich das Seitenverhältnis von 2:3 abgeleitet. Die zu belichtende Stelle auf des Negativfilmmaterials oder auch die fertigen Diapositive hatten die Größe von 36 mm Breite und 24 mm Höhe.

Heute ist das Format 3:2 sehr häufig bei Spiegelreflexkameras anzutreffen. Die Bilder meiner Kamera werden mit 5.472 x 3.648 Pixel auf dem Chip gespeichert, was einem Format von 3:2 entspricht (3.648 : 2 * 3 = 5.472).

Seitenverhältnis von 4:3


Washington USA (c) bernhard brause


War früher das Format 4:3 den teuren Mittelformatkameras vorbehalten, hat sich heute bei den digitalen Kompaktkameras ein Format von 4:3 etabliert. Dieses Format ist fast quadratisch und kann somit das Licht aus dem runden Objektiv am effektivsten ausnutzen. Mein heutiges Smartphone hat eine Auflösung von 4.032 x 3.024 Pixel. Dieses entspricht einem Format von 4:3.

Seitenverhältnis von 16:9


Palau de les Arts Reina Sofia in Valencia (c) bernhard brause


Das Format von 16:9 finden wir heute auf vielen Fernsehgeräten wieder. Diese Bilder sind relativ breit ähneln schon fals einem Panoramabild. Ich empfinde dieses Format als sehr dynamisch und nutze es häufig für meine subjektiven Architekturaufnahmen. Ich kenne derzeit keine Kamera, die das Format von 16:9 als Standardformat anbietet. Dieses Seitenverhältnis kann ich aber in meinem Bildbearbeitungsprogramm erstellen. Es wird am oberen und/oder unteren Rand einfach etwas abgeschnitten.

Quadratisches Bildformat 1:1


(c) bernhard brause


Das quadratische Bildformat ist anders. Für mich wirkt es aufgeräumt und strukturiert. In diesem Format kann ich sowohl bewusst mein Motiv zentrieren, als auch bewusst aus der Mitte heraushalten. Ich kann Landschaften ebenso wie Porträts damit abbilden, Detailaufnahmen darin einschließen und Hochhäuser darin anordnen. Mir fällt kein Motiv ein, dass sich offensichtlich nicht für ein quadratisches Format eignet.

Ich habe mich dazu entschlossen, meine "mini pics" quadratisch darzustellen.

Hochformat


(c) bernhard brause


Anders beim Porträt. Da die Menschen aufrecht gehen, stehen sie vertikal zum Boden. Ist das Motiv ein Mensch (und nichts anderes drum herum), wird in vielen Fällen das Hochformat die bessere Wahl sein. Probiert es aus, fotografiert mit dem Smartphone einen Menschen im Querformat und schaut Euch das Bild an. Die meisten werden versuchen das Motiv (den Menschen) zu vergrößern und durch das Drehen des Bildschirms ein vertikales Bild zu erhalten.

Wenn am nächsten Wochenende mal kein ideales Fotowetter sein sollte, schaut Euch im Museum einige Bilder an und achtet darauf, in welchem Format die Bilder hängen und wie die alten Meister ihre Bilder gestaltet haben.





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